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2012-10-01

Zinsanhebung soll Forint stützen

     
Zinsanhebung soll Forint stützen
10.12.2011 AGP. Ungarn hat Finanzanalysten zufolge aus volkswirtschaftlicher Sicht einen turbulenten November erlebt. Zunächst war der Forint stark unter Druck geraten, was die ungarische Notenbank zu einer Zinsanhebung (von 6% auf 6,5%) veranlasst hat. Die Ratingagentur Moody's hatte zuvor die Kreditwürdigkeit der Republik Ungarn herabgestuft und dem Land damit das bisherige Investmentgrade-Rating entzogen. Zur Begründung wurde unter anderem auf die hohe Fremdwährungsverschuldung bei gleichzeitig sehr schwachem Wachstumsausblick verwiesen.

Wenig später hat die Budapester Regierung den IWF um Hilfe gebeten, nachdem man in den Vormonaten stets davon gesprochen hatte, keine Hilfe zu benötigen. Immerhin war das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal besser ausgefallen als erwartet. Die Vorlaufindikatoren deuten allerdings auf ein Schrumpfen der ungarischen Volkswirtschaft im 4. Quartal hin.

Auf der Inflationsseite deutet sich ein vorerst anhaltender Preisdruck nach oben an, der durch die Schwäche des Forint und damit höhere Importpreise noch verstärkt werden dürfte. Damit könnte zur Stärkung der Währung eher eine weitere Zinsanhebung der Zentralbank anstehen, obwohl für die Stimulierung der Volkswirtschaft eine Zinssenkung geboten wäre.

Der inkonsistente wirtschaftspolitische Kurs der ungarischen Regierung und deren leider oft schlecht kommunizierte Massnahmen belasten Währung und Wirtschaft zusätzlich und dürften auch die Gespräche mit dem IWF nicht leichter machen, die voraussichtlich im Januar beginnen. Die Kurse ungarischer Anleihen haben im November deutlich nachgegeben.

Der ungarische Aktienmarkt war hingegen einer der stärksten der Region und hat auf den Monat auf Indexbasis fast unverändert geschlossen. ?